Box of Birds: ein Bericht von Henrike Berg vom 01.10.2015 

  

Die Entdeckung von Musik ist es ein bisschen wie die Reise in ein fernes Land. Sie ist immer dann am Schönsten, wenn man einen Blick hinter die Fassaden werfen und den Menschen begegnen kann. Dort, wo man eingeladen wird in ein Zuhause, in ein Wohnzimmer, um sich auf fremde Melodien, exotische Geschichten und eine neue Form des Miteinanders einzulassen.

Innen 1 paint-2Der Mobile Blues Club, geführt von Thorsten Fixemer und Anuschka Thomas ist genau das: eine Art Wohnzimmer und eine mobile kleine Bühne für Menschen, für die Klänge authentisch und Musiker greifbar sein müssen. Jeden Freitag und Samstag der Woche treten hier internationale Künstler auf und spielen – anders als der Name vermuten lässt – Musik aller Genres und aus der ganzen Welt. Er ist einer dieser unscheinbaren Orte, an denen man schon tausendmal vorbeigekommen ist. Auf dem Weg nach Hause oder zur Arbeit, gedanklich beim nächsten Meeting, dem Frühjahrsputz oder dem Stück Buttertorte im Café. Wahrgenommen wird der Mobile Blues Club, versteckt in dem Gebüsch auf dem Parkplatz zwischen Schulterblatt und Max-Brauer-Allee, dennoch nur selten. Und wenn, dann meist als verirrtes kleines Hippieprojekt – geduldet, nicht gefördert, existenzberechtigt und doch ein wenig out of place.

Womöglich liegt das daran, dass der kleine Wagen erst nachts seinen vollen Charme entfaltet. Dann, wenn die bunten Lampions angehen, das warme Licht aus dem Wagen strömt und die ersten Klänge auf die Straße drängen, wird der Mobile Blues Club zu einem Ort, an dem die Musik den Alltag ablöst und Passanten urplötzlich in den Bann der kleine Bühne im Niemandsland der Schanze gezogen werden.

„Ich wusste sofort, dass das mein Raum ist, als ich ihn das erste Mal betrat“

Viel Geld verdienen Anuschka und Thorsten mit diesem Herzensprojekt nicht. Denn die beiden, die den Künstlern ihre Bühne kostenlos zur Verfügung stellen und keinen Eintritt von den Gästen verlangen, profitieren lediglich von den Einnahmen durch Getränke. Hat ein Künstler wenig Publikum, bleibt sein Hut leer – und ihre Kasse letztlich auch. Ihre Brötchen verdienen sie daher zusätzlich mit anderen charmanten Projekten wie der Veranstaltung von Sommerfesten mit verwandten Institutionen in ihren drei weiteren mobilen Wagen, die sie zu diesem Zwecke auch vermieten.  Gelegentlich ziehen die beiden Birds mit ihrem Zugwagen auch das mobile „Zuhause“ des einen oder anderen Freundes der alternativen Heimat an den Ort, der aus Sicht seines Besitzers ein solches Etikett gerade am ehesten verdient.

Den Mobile Blues Club führen die beiden vor allem aus einem Grund: aus Leidenschaft. Weil er ihnen Kraft gibt. Und weil er schon so viele Menschen und Musiker zusammen gebracht hat. Nicht zuletzt die beiden selbst: das Paar lernte sich bei einem Auftritt von Anuschka und ihrer Band hier kennen. Der Formation fehlte für den Abend ein Bassist, Besitzer und  Bluesmusiker Thorsten sprang ein. „Ich wusste schon, dass das mein Raum ist, als ich ihn das erste Mal betrat“, erzählt Anuschka von der ersten Begegnung mit dem schrägen kleinen Club. Und auch Torsten merkte schnell, was er bis heute liebevoll betont: dass Anuschka den Raum verstanden hatte wie kein anderer. Und offenbar auch ihn.

Seine Idee für diese außergewöhnliche Bühne hatte Thorsten schon vor 14 Jahren. Der gelernte Schlosser, der nach seiner Lehre ein Jahr zur See fuhr, um die große Freiheit zu entdecken – aus gegebenen Anlass auf der Prinz Hamlet aber nur bis England kam – fand erst mit 21 Jahren den Weg zur Musik. Als Straßenmusiker tingelte er mit seiner Blues-Band durch kleine Venues und Locations, von denen nicht wenige aufgrund geringer Einnahmen so schnell wieder verschwanden wie so manches Sternchen auf den Bühnen dieser Welt.

Eine mobile Bühne für die Kunst

Schon damals wohnte er in einem mobilen Zuhause und probte gelegentlich in dem Wagen, da ihn die besondere Akustik faszinierte. Da war also ein Raum mit einem tollen Sound und viele talentierte junge Künstler, denen Auftrittsorte fehlten. Kein Wunder also, dass die Summe von Thorstens Rechnung am Ende den Mobile Blues Club ergab.

Seine Freundin Anuschka ergänzt Thorsten und seine ausgefallene Idee nun bereits seit sechs Jahren. Sie macht das Booking der Künstler und füllt das Konzept mit eigenen kreativen Ideen. Von denen hat sie einige quasi schon in die Wiege gelegt bekommen: als Tochter einer Künstlerfamilie wie sie im Buche steht, wuchs sie die ersten sechs Lebensjahre in Johannesburg auf. Ihr Opa, der bekannte schlesische Maler, Grafiker und Hochschuldozent Albert Christoph Reck war 1963 mit seinen acht Kindern – darunter Anuschkas Mutter – auf einem Segelschiff in das Land am Kap der Guten Hoffnung ausgewandert.

Als ihr Vater, von Beruf Bildhauer, ein Stipendium in Deutschland bekam, ging die junge Familie zurück, Anuschka beendete die Schule und absolvierte eine Ausbildung als Schauspielerin. Bis sie Thorsten im Blues Club kennenlernte, arbeitete sie an unterschiedlichen kreativen Projekten, half ihrer Mutter – der Künstlerin und Tänzerin Genoveva Reck – im Atelier, unterrichtete Tanz in Asylantenheimen und verfolgte statt großer Auditions und Träume vom Ruhm ihre eigenen kleinen Ideen. Darunter sind u.a. Gedichte und selbst produzierte Theaterstücke, die im Mobile Blues Club ihre Bühne finden.

Mbc Außen paintDie vielen Ideen und das Engagement der beiden Freigeister fließen im jetzigen Mobile Blues Club zusammen, bis die Stadt irgendwann die Bebauung der Fläche beschließt. Das kann in zwei Monaten sein. Oder in fünf Jahren. Dann muss der kleine Club einen neuen Standort finden. Zum Problem soll das jedoch nicht werden. Denn schließlich ist er allein schon dem Namen nach beweglich. Sein „Wohnzimmer“ ist darüber hinaus ein überaus warmherziger kleiner Ort der Begegnung. Eben einer, an den jeder Fremde gerne kommt.

Zum Mobile Blues Club

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GIVE & TAKE

Thorsten & Anuschka suchen dich, wenn:
du die Zukunft des Mobile Blues Club sicherstellen und mitgestalten willst. Die beiden haben erst kürzlich einen neuen Wagen gekauft, der wie die klassischen Schaustellerwagen zu den Seiten hin aufklappbar ist und somit eine neuartige Bühne darstellt. Für den Ausbau des Wagens zum neuen Blues Club benötigen sie finanzielle Unterstützung sowie ein paar tatkräftige Hände, die anpacken, um eine ungewöhnliche neue Bühne in Hamburg zu schaffen.

Du suchst Thorsten & Anuschka, wenn:
du der Meinung bist, dass Musik nicht auf den großen Showbühnen dieser Welt stattfinden muss, wenn du gerne neue Künstler entdeckst und wenn du findest, dass es im plüschig-roten „Wohnzimmer“ irgendwie am gemütlichsten ist.


Wordpress, 2014 Hamburg live

Tucked away in a little Sternschanze parking lot sits the Mobile Blues Club. An old wooden truck wagon set back among the trees and rainbow fairy lights. A hand-made iron archway on the street declares ‘bar’, but at first one might be dubious as to what the wagon at the end of the dirt track actually contains. At first I thought it was a private campervan, the motley collection of people milling outside part of some eclectic looking private party that I desperately wanted to be a part of.

Fear not though readers, this incredible venue is open to the public, and the lovely staff at the Mobile Blues Club will welcome you with open arms. When you step inside the ‘front door’ of the wagon you are instantly embraced into the most intimate and alluring music venue I have been to in a long, long time.

The soft candlelight dances across walls the colour of red wine. Heavy velvet curtains frame the performer on stage. Everyone sits close together on chairs or on the floor as live music rattles the bones of the wagon and unifies the small crowd in a bohemian romance. The Mobile Blues Bar is a truly magical musical experience.

The venue can fit around 20 people comfortably. The music is first-class, spanning genres from Folk and Blues to Punk Country. The drinks are cheap. AND the entire production is run on donations, a felt hat is passed around for you to offer what you can for the performance.

For a special night out with a bit of an alternative twist, we definitely recommend a trip to the Mobile Blues Club.

Blues News Ausgabe 76, Dezember 2013

Mobile Blues Club für den HANS 2013 nominiert

Spiegel Online, ein Bericht von Oliver Lück. (März 2012)

DER LINK AUF DEM FOTO

Rohrofen, Miniaturbühne, bunte Lichter: Wer den Mobile Blues Club in Hamburg besucht, betritt die Welt eines Mannes, der seinen Traum lebt. Hier bestimmen Kontrabass und Klavier den Rhythmus des Alltags - die Freiheit gibt Gratisvorstellungen auf einer Kultbühne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Artikel aus der "Blues News" Zeitschrift 2011

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und unter dem folgenden Link noch ein Interview und ein etwas längerer Einblick in die Entstehungsgeschichte des Mobile Blues Club e.V. in Hamburg

****hier der Link***

Videos etc. aus dem Beitrag können hier angesehen werden. Viel Freude dabei!

http://wasgehtinhamburg.wordpress.com/2011/02/13/blues-der-schanze/ 

DER BLUES DER SCHANZE:

 

 

Der wohl schmalste Jazzclub der Welt steht auf einem Parkplatz im Schanzenviertel: Thorsten Fixemer hat den “Mobile Blues Club” aus einem alten Packwagen geschaffen, um Kunst vor Kommerz zu schützen 

von Markus Böhle und Linda Richter

Immer auf Achse: Der Mobile Blues Club

 

„Blues ist einfach eine wunderbare Musik“, sagt Thorsten Fixemer. Er sitzt auf einem Barhocker im Mobile Blues Club und lauscht der Melodie, die aus den Lautsprechern klingt: Jazz aus den 30er Jahren, passend zum Ambiente. Auf der Bühne steht ein altes Klavier, am Eingang grüßt die selbst gebaute Bar, im Ofen glühen Briketts. „Ich bin Liebhaber von alten Sachen“, sagt er. Bilder und Fotografien zieren die karminroten Wände, Spiegel lassen den Wagen größer wirken als er ist – zwölf auf zweieinhalb Meter.

Von der Straße aus betrachtet ist der Mobile Blues Club ein Geheimnis: Ein alter Packwagen auf einem Parkplatz, bemalt mit den Lettern „MBC“; doch ohne Fenster, die Einblick in sein Inneres gewährten. Wer nicht ahnt, was sich darin verbirgt, geht an der Eingangspforte vorbei, unter der Bahnlinie hindurch, zum großen Rummel der Schanze. Für diejenigen aber, die im Klub ein- und ausgehen, ist der Wagen etwas Besonderes, „ein Stück alte Schanze“, wie es ein Besucher ausdrückt.

„Wenn die Leute das so sehen, freut es mich natürlich“, sagt Fixemer. Seine  Freunde und Bekannte wissen, wie viel Energie es ihn gekostet hat, diesen Traum zu verwirklichen. Von Anfang an hat er der Kunst den Vorrang gegeben, nicht der Kasse. Wer so idealistisch denkt, hat es schwer sich in der Schanze zu behaupten; wer so denkt, der muss sich  etwas einfallen lassen. Thorsten Fixemers  Idee war so einfach wie genial: Räder.

In den vergangenen zehn Jahren mussten viele kleinere Klubs in St. Pauli oder Altona schließen, weil die Vermieter den Mietzins erhöhten oder die Grundstücke weiterverkauften. Der damalige Straßenmusiker fand diese Entwicklung bedauerlich – und kam auf die Idee mit dem Wagen: „Mit dem Mobile Blues Club kann das nicht passieren, er zieht einfach weiter, und taucht irgendwo anders wieder auf“.

Zwei Leidenschaften verbunden

Schon im Kindesalter begann Fixemers Faszination für große Fahrzeuge. Sein Vater betrieb eine Buswerkstatt und brachte ihm früh bei, Busse und Wagen zu reparieren. „Manchmal wenn ich ihn dort besucht habe, hat er in einem der Busse geschlafen.  Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, was man mit solchen Fahrzeugen alles machen kann.“

Die zweite große Leidenschaft entdeckte er mit 21 Jahren: den Blues. Damals arbeitete er als Schlosser und fuhr nebenbei eine Bluesrock-Band zu ihren Auftritten. Fixemer erinnert sich: „Die Band hieß ‚LouiZiana Hayriders‘, ich fand deren Musik einfach toll. Der Kontrabass hat mich am meisten bewegt.“ Er fragte den Bassisten, ob er ihm etwas beibringen könne. „Da hat er mir seinen Kontrabass geliehen und den ersten Lauf gezeigt“.

Das Instrument fesselte ihn und ließ ihn nicht mehr los. Mit einem Freund spielte er auf der Straße und in kleinen Klubs. Mit einem Lächeln denkt er an die Zeit zurück: „Wir haben acht Jahre lang intensivstes Straßenmusikstudium betrieben, fast jeden Tag zusammen gespielt. Wann immer es nur ging.“

Immer auf dem Sprung

Als er das Klubsterben nicht mehr hinnehmen wollte, begann er vor fünf Jahren seinen Traum zu verwirklichen: den Mobile Blues Club. Er ersteigerte einen kleinen Wagen, mit dem damals alles begann, und den er später durch einen größeren ersetzen sollte. Fixemer parkte den Wagen zunächst im Schanzenpark vor dem Wasserturm. „Das war noch ein bisschen illegal, weil ich keine Genehmigung hatte“, gibt Fixemer zu. Er musste den Platz bald räumen, zumal der Turm gerade in ein Hotel umgebaut wurde.

Der Wagen zog zur Miete an die Eifflerstraße, dort konnte er bleiben – bis die Stadt auf der Fläche ein Feuerwehrhaus errichten wollte. Fixemer zog immer weiter, ließ sich nie unterkriegen: „Eine Zeitlang war ich auf einem Parkplatz in Altona, dort durfte ich aber immer nur am Abend und in der Nacht stehen. Also musste ich hinfahren, alles für ein Konzert aufbauen, und danach wieder zusammenpacken und wegfahren. Da war ich bis sechs Uhr morgens beschäftigt –  und das Ganze für ungefähr 10 Euro in der Kasse.“

Kunst kommt vor Kasse

„Wenn ich mit dem Wagen nur geschäftliche Ambitionen hätte, wäre es natürlich Quatsch, das so zu machen“, sagt Fixemer. Geld nimmt der Mobile Blues Club fast nur über den Getränkeverkauf ein, denn Eintritt kosten die Veranstaltungen selten. Auch die Künstler spielen ohne Gage, sie bekommen den Inhalt eines Hutes, der am Ende des Abends für sie reihumgeht. Zahlen muss Fixemer dagegen für die Parkplatzmiete, den Strom und den Tankwagen, der regelmäßig die Toilette absaugt.

Das große Geld macht er mit dem Wagen also nicht – das will er aber auch gar nicht. „Ich bin sehr glücklich und dankbar für alles, was ich mit dem Wagen bisher erlebt habe“, sagt er. „Es macht einfach viel Spaß, wenn man seinen Traum leben kann und daran arbeitet.“ Den Lebensunterhalt verdient sich der Familienvater vor allem über Transporte von Bau- und Zirkuswagen und über Auftritte mit seiner Band „Hasty Medicine“.

Unterstützung für den Club erhält er von Freunden und Bekannten. Einige halfen ihm mit Auftritten im Club, andere bei der Gestaltung des Wagens – ein befreundeter Graffitikünstler verpasste ihm von außen den Look eines Zirkuswagens.  Inzwischen engagieren sich acht ehrenamtliche Helfer für die Idee des Mobile Blues Clubs, schenken Getränke aus oder buchen Bands: „Unbekannte Straßenmusiker dürfen genauso auftreten wie bekannte Künstler aus anderen europäischen Ländern oder den USA, die einfach mal auf so einer kleinen Bühne spielen wollen“, sagt Fixemer.

Mork's Medicine aus Norwegen bei einem Auftritt im Mobile Blues Club

Zukunftspläne

Die größte Unterstützung für ihn ist Anuschka Thomas. Vor zwei Jahren lernten sich die beiden kennen, als die Schauspielerin im Klub ein Theaterstück aufführte. Heute sind die beiden ein Paar, leben zusammen auf dem Land und planen gemeinsam neue Projekte: Der Mobile Blues Club soll noch gemeinnütziger werden. Der kleinere der beiden Wagen, der meistens bei ihnen zuhause steht, soll sich in ein fahrendes Theater verwandeln, in dem Jugendliche eigene Stücke aufführen. Auf sechs Sommerfesten in verschieden Stadtteilen sollen außerdem Kinder darin spielen, malen oder musizieren.  Bei der Kulturbehörde der Stadt haben sie dafür einen Antrag auf Förderung gestellt.

Für Kinder liest Anuschka im Mobile Blues Club seit kurzem Märchen vor. Die ersten Märchenstunden blieben noch ohne große Resonanz, doch die beiden sind geduldig: „Alles was wirklich toll werden soll, braucht seine Zeit zu wachsen“, sagt Fixemer. „Ich sehe das an meinen Kindern, und so ist es auch mit unseren Projekten und den Wagen“.

Die Zeit hat ihm bisher Recht gegeben. Ob der Klub auch in einem Jahr noch auf dem Parkplatz am Schulterblatt steht, ist zwar ungewiss, denn „das gesamte Gelände soll irgendwann verkauft werden.“ Aber das wird nicht das Ende des Mobile Blues Clubs bedeuten. „Irgendwo in der Schanze werde ich schon wieder auftauchen“, verspricht Fixemer, „das weiß ich einfach."

Von Markus Böhle und Linda Richter

Hamburger Abendblatt 17.07.13

Henstedt-Ulzburg

Am Geburtstag von Künstler Reck erklingen Trommeln

 

Afrikanische Trommeln, Gitarrenblues und Gesang statt Kuckucksruf und Kuhgemuh – ungewöhnliche Klänge werden am Samstag, 27. Juli nahe der Alsterquelle auf dem Rhen zu hören sein: Maler und Kulturpreisträger Albert Christoph Reck feiert seinen 91. Geburtstag. Und daran möchte der Künstler auch die Henstedt-Ulzburger teilhaben lassen. Denn er sagt: „Hier bin ich jetzt wirklich angekommen.“ Gute 30 Jahre verbrachte Reck in Swaziland in Südafrika, wo er malte und lehrte, mit seiner großen Familie lebte. Auch viele seiner Kinder sind jetzt in Hamburg und Umgebung „seßhaft“ geworden. Und werden am 27. Juli zum großen Fest am Quellenweg 43 beitragen. U.a. der „Mobile-Blues-Club“ mit Anuschka Thomas und Torsten Fixemer, die in ihrem gläsernen Bluesmobil auftreten wollen. Die rollende Bühne bietet ab 17 Uhr auch Trommlern und anderen afrikanischen Tänzern eine Plattform für ihre Darbietungen. Dazu gibt es eine Tanzperformance der Künstlerin und Tänzerin Genoveva Reck-Thomas. Von 15 bis 18 Uhr sind künstlerisch interessierte Menschen zum Fest eingeladen. Man kann Kaffee und Kuchen bestellen oder sich mit den

Künstlern sowie dem „Geburtstagskind“ austauschen. Denn sie wollen mit diesem ungewöhnlichen Geburtstag auch eine kulturelle Brücke zwischen Swaziland in Afrika und Henstedt-Ulzburg in Europa schlagen.

 

http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article118116274/Am-Geburtstag-von-Kuenstler-Reck-erklingen-Trommeln.html

29.07.13, Hamburger Abendblatt

Henstedt-Ulzburg

Volles Haus bei Jubilar Reck in Norderstedt

Der 91 Jahre alte Künstler Albert Christoph Reck begrüßte in Norderstedt alle Gratulanten mit mit einem strahlenden Lächeln und flotten Willkommens-Sprüchen.

 

Henstedt-Ulzburg. Nichts ging mehr am Quellenweg in Henstedt-Ulzburgs Ortsteil Rhen. Rund um das Haus Nummer 43 war alles zugeparkt. Albert Christoph Reck feierte seinen 91. Geburtstag. Ein großer verglaster Lkw mit der Aufschrift "Mobile Blues Club" kündigte Unterhaltung mit Musik und mehr an. Reck, Künstler und Kulturpreisträger der Gertraud-und-Heinz-Manke-Stiftung, begrüßte alle Gratulanten mit strahlendem Lächeln und flotten Willkommens-Sprüchen.

 

"Mir geht es fantastisch, es sind ja auch Temperaturen wie in Swaziland, wie in Afrika", sagte der 91-Jährige, der mit Aussehen, Haltung und Witz so manchen 40-Jährigen ins Abseits stellt.

"Wir möchten mit diesem Fest auch eine Brücke nach Swaziland schlagen", sagten Reck und seine Ehefrau Maria-Louise, die Jahrzehnte in Swaziland lebten und arbeiteten.

Genoveva Reck-Thomas, eine von acht Reck-Kindern, tanzte afrikanische Tänze, ebenso Anuschka Thomas, die mit Thorsten Fixemer am Kontrabass auf dem Anhänger ihres Mobile Blues Clubs eine

Extra-Vorstellung für den Jubilar gab.

Genoveva Reck-Thomas begrüßte auch Ulzburger Künstlerinnen und Künstler, darunter Angelika Dubber von der Galerie Sarafand und die Malerin Rica Biemann und auch Henstedt-Ulzburgs amtierende Bürgermeisterin Elisabeth von Bressensdorf,

"Ich freue mich, dass Sie Afrika zu uns gebracht haben und zu Ihren Wurzeln, zu uns nach Henstedt-Ulzburg zurück gekehrt sind", sagte von Bressensdorf, die heute ausgerechnet in dem Haus wohnt, das Albert Christoph Reck in Henstedt-Rhen baute. Reck, der 1948 und 1949 auf der Landeskunstschule Hamburg bei Alfred Mahlau mit Vicco von Bülow (Loriot) und Horst Janssen studierte, setzte sich mit einem Stipendium nach England ab, studierte 1950 an der École des Beaux-Art in Paris, lebte ab 1951 als freier Künstler und Kunst-Dozent in Hamburg, heiratete 1954 seine Ehefrau Maria-Louise - das Paar feiert 2014 diamantene Hochzeit - und zog 1961 nach Henstedt-Rhen.

Doch sich im Alter von 39 Jahren an einen Ort fest zu setzen, war seine Sache nicht. Reck hängte seinen Dozenten-Job an den Nagel und fand mit seiner Familie eine neue Heimat in Swaziland, baute dort Bildungseinrichtungen auf, kehrte aber 2003 nach Deutschland zurück. Der Hamburger Senat überließ ihm ein Atelier im Künstlerhaus Söötborn in Niendorf - und die Gemeinde Henstedt-Ulzburg überlegt nun, wie sie ein Museum für das Reck-Werk finanziert. Dafür ist beispielsweise die Gründung einer Stiftung im Gespräch.

Dafür käme indes auch Norderstedt infrage, denn der Künstler hat von 1958 bis 1961 in Harksheide gelebt.

 

http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article118467151/Volles-Haus-bei-Jubilar-Reck-in-Norderstedt.html

Ulzburger Nachrichten 15.09.13

Ulzburger Nachrichten: Mitreißende Rhythmen und ein tolles Kulturprogramm wurden zu einem Fest für die Sinne
 
 


Es wurde eine Abschiedsvorstellung, wie sie wohl so leicht nicht wiederkehrt: Genoveva Reck-Thomas hatte Künstler aus der Hamburger Szene in die Galerie Sarafand geholt. Frau Dr. Sybille Peters, Kulturwissenschaftlerin und Leiterin des Fundustheaters in Hamburg, sprach zum Einstieg in diesen turbulenten Nachmittag über den Begriff Kultur. Danach ergriff die Tänzerin und Malerin selbst das Wort, um über ihr Anliegen in der Kunst zu sprechen. Sie möchte über Grenzen hinweg Menschen zusammenbringen, um eine neue Wertekommunikation zu entwickeln. Sie möchte ihre Erfahrungen mit anderen Kulturen, anderen Kontinenten, anderen Sicht- und Denkweisen einbringen, um ein großes künstlerisches Netzwerk aufzubauen: den großen Radius Afrika – Polen – Deutschland scheut sie dabei nicht. Künstler aus diesen Regionen wurden von ihr schon vor langer Zeit und auch gegenwärtig kontaktiert.

Ihr Thema wurde überall mit Interesse aufgenommen. Nun gilt es, langsam konkreter zu werden. Und das heißt, Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Sie stellt sich eine Stiftung vor, die sich um die Bilder ihres Vaters Christoph Albert Reck kümmert und die ergänzt wird mit dem
Aufbau eines Kulturzentrums in Henstedt-Ulzburg. Sicher wird man in diesem Zusammenhang noch Einiges von ihr zu erwarten haben.

Im Anschluss an ihren Vortrag sangen die 11 Jazzabilities, geführt von ihrem temperamentvollen Chorleiter, bekannte Lieder aus der Jazzwelt. Fast ohne Zwischenstop setzte dann eine afrikanische Trommel ein und begleitete die Künstlerin während ihrer Tanzperformance. Die Bühne des Mobile-Blues-Busses hielt ihren afrikanischen Stampfschritten zum Glück stand. Mit Rasseln an den Fesseln war sie das lebendige Abbild von Afrika. Zwar erreichte die Sonne nicht die südliche Strahlkraft – aber die heißen Rhythmen wärmten alle Besucher, die begeistert applaudierten. Anuschka Thomas und Thorsten Fixemer, deren Konzertbus zum ersten Mal in Henstedt-Ulzburg zu sehen war, zeigten ihre eigene Darbietung mit Lyrik, Musik und Ausdrucktanz. Und zum Abschluss trat die Sängerin Natascha Thomas aus Berlin auf die Bühne, um mit einer faszinierenden Stimme ein selbstkomponiertes Lied über die Liebe zu singen. Die Anwesenden waren ebenso berührt wie begeistert.

Es war ein unvergesslicher Nachmittag, perfekt gestaltet durch die Künstler für das Publikum, das ruhig etwas zahlreicher hätte erscheinen können. Was wohl auch der Fall gewesen wäre, wenn man gewusst hätte, was für ein rasantes und vielseitiges Spektakel die Zuschauer erwartete …

Angelika Dubber

20.9.2013

(Anuschka über das Pop-up Festival im Karoviertel)

Interview mit der taz am 04.05.2012 in Hamburg

 

"Familiäre Atmosphäre"

Livemusik und Recyclingdesign im Karoviertel

 

taz: Frau Thomas, was veranstalten Sie da im Karoviertel?

 

Anuschka Thomas:

 

Das Label "Gut" und der Mobile Blues Club organisieren dort gemeinsam ein Frühlingsfest. Unsere beiden kulturfördernden Vereine haben einen Zirkuswagen, eine kleine offene Bühne und Ausstellungswagen auf die Grünfläche gestellt. Auf dem Programm stehen Konzerte, open mic sowie Tanz- und Theatervorstellungen. Außerdem können Besucher an verschiedene Workshops teilnehmen: Von Gärtnern bis zum Instrumentenbasteln ist alles dabei.

Übrigens ist unser Festival ökologisch ausgerichtet.

 

Inwiefern?

 

Das verkaufte Essen ist alles Bio und das Besteck ist recyclebar. Zudem haben wir einen Stand mit Fair-Trade-Schmuck. Kleine, lokale Designlabels sind auch dabei und bieten Artikel aus Recyclingmaterial an. Wir wollen zum Nachdenken anregen: Jeder kann dort,

wo er ist, etwas tun.

 

Haben Sie eine besondere Verbindung zum Karoviertel?

 

Nicht direkt. Aber wir sind in Hamburg aufgewachsen und wollen die verschiedenen Stadtteile beleben. Später möchten wir das auf die umliegenden Dörfer ausweiten. Es geht uns darum, Verbindungen zu schaffen zwischen Menschen, Generationen, Kunstarten und Ländern. Wir wollen eine familiäre Atmosphäre erzeugen.

 

Auf Ihren Flyern ist eine Blume zum Ausschneiden und Ausmalen. Was verbirgt sich dahinter?

 

Die Idee war, keine Wegwerf-Flyer zu produzieren, sondern etwas, womit man seine Umgebung verschönern kann. Es gibt auch vor Ort noch eine Blumen-Mal-Aktion. Wer daran teilnimmt, hat schon Initiative gezeigt, denn es ist nicht ganz einfach, die Blumen auszuschneiden. Dahinter steht ein Gemeinschaftsgedanke: Da hängt auch mein Blümchen.

INTERVIEW: SMW

 

Eröffnung Spring Pop Up Festival: vom 04.05.2012 ,
12:00 Uhr, Freifläche zwischen Ölmühle und Marktstraße.
Bis 12.05.2012 22:00 Uhr

 

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ha&dig=2012%2F05%2F04%2Fa0175&cHash=aea9a7655a/

 

 Einlass großer Wagen

21:00 Uhr

Konzertbeginn zwischen 22:00 und 22:30 Uhr

-Der Hut geht Rum-

 

 Die Seiten der Künstler sind auf den Bildern verlinkt.

 

info, Booking, Fragen unter: 

kontakt@mobile-blues-club.de